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7. Tag
Lefkosia - Nikosia
27.10.2008
Montag
Heute geht es in die Hauptstadt, in die letzte geteilte der Welt. Das Bad am Morgen im Mittelmeer lassen wir uns nicht nehmen. Danach starten wir gen Norden. Nikosia (Lefkosia) ist keine verschlafene Stadt, hier ist Geschäfte an Geschäft und das beginnt schon km vor Nikosia, dass die Einkaufstempel dicht an dicht stehen. Geschäfte haben wir ja in Deutschland auch genug, was hier auffällt, ist die Architektur. Es geht von hypermodern bis zur Kombination aus moderne mit antik und da hat dieses Land viel zu bieten. Also, nachdem wir uns durch die scheinbar immer präsente Rushhour durchgeschlagen haben, sind wir im Zentrum angekommen. Die Parkplatzsuche gestaltet sich erfolgreich, nach uns schließt der Parkplatz - er ist voll. Wir laufen in die City, Fußgängerzone, Lokale uns. eben Tourismus.
Nach einer Weile stehen wir an der Greenline, wie hier die Grenze zum Norden heißt.

Verena hat einige touristische Ziele ausgesucht, die sie unbedingt sehen möchte. Die meisten davon im Norden. Wir müssen also rüber. Wir kommen uns vor, wir vermutlich alle die einen Tagesbesuch in Ostberlin vor 30 Jahren gemacht haben. Halb so wild, wir bekommen ein Visa, einen Zettel, wo wir Name und Passnummer drauf schreiben und einen Stempel bekommen. Dann stehen wir unter der türkischen Fahne. Auf dem ersten Blick geht hier der Touristenrummel weiter. Geschäft an Geschäft, aber nur in der Fußgängerzone. In den Seitenstraßen verfallen die Häuser. Der Kontrast dazu die Kulturdenkmäler. Eine Karawanserei, wunderschön restauriert. Wir schauen uns die Sehenswürdigkeiten an. In der Kathedrale ist eine Moschee eingerichtet und über allem hängt die türkische Fahne. Etwas beklemmend für mich. Ich frage mich, was Moslems tun würden, wenn man ihre Moschee in eine Kirche wandelt. Wir gehen weiter durch den Markt und gehen zur Arabahmet Moschee, die schönste wie der Reiseführer schreibt. Es ist ein Kleinod inmitten verfallender Häuser. Hier sind gerade ein paar Moslems dabei ihre rituelle Fußwaschung zu vollziehen. Zurückhaltung ist angesagt. Einer kommt auf uns zu, fragt natürlich von wo wir kommen - Germany. Oh, er beginnt zu schwärmen, Deutschland ist gut, hat mit der Türkei im Weltkrieg gekämpft - naja... Hieran wird aber auch das Problem der Türken insgesamt deutlich, sie verstehen sich nur aus der Position von Stärke und Krieg. Sein Kumpel kommt aus Bahrein, mir fällt sofort Osama Bin ... ein. Es wird ein Foto gemacht, natürlich von Verena, denn Frauen haben darauf nicht zu suchen. Ich werd es ihm mailen.
Wir beenden unseren Ausflug in den Norden bei einem Kaffee mit Süßigkeiten in der Karawanserei.

Zurück in Richtung griechischen Teil schnappt der Zoll nach mir. Keine Aufregung, gekauft haben wir nichts und somit ist auch keine Gefahr. Es werden typisch türkische Produkte gesucht: Plagiate, Rauschgift... Weiter so!
Bevor wir die Rückfahrt antreten, laufen wir noch zum Farmagustator an der alten Stadtmauer entlang. Dann Rückfahrt im Feierabendverkehr, eine internationale Großstadt lässt grüßen.
Am Abend schlagen wir uns noch den Bauch am Hafen voll. Bewegung danach unmöglich, es wird eine unruhige Nacht.
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