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3. Tag
Larnaca - Apostolides Apoteka
23.10.2008
Donnerstag
Heute ist es soweit. Verena will mir ihrem Studienkumpel vorstellen und er weiß nichts davon. Das ist cool, wie man heute so sagt. Gespannt bin ich auch, aber bei Verena steigt so langsam die Aufregung. An der Rezeption frage ich nach der Telefonnummer von Pavlos - es gibt ihn wirklich. Nun aber los. Nach Larnaca sind es 42 Kilometer auf der Autobahn, eigentlich kein Hit, aber es wird ständig auf Plakaten vor Geschwindigkeitskontrollen gewarnt. Nach 10 km die erste Laserpistole. Am Abend haben wir 4 gezählt, mehr als bei uns. Ich fahre anständig und so sind wir doch recht schnell in Larnaca. Die Apotheke soll an der Strandpromenade liegen. Die fahre ich hoch, in der Kolonne, an einem Parkplatz ist nicht zu denken. Also rechts in die Altstadt. Hier wird gebaut, alle Straßen aufgerissen, alles Einbahnstraßen. Ich fühle mich in meinem Element - alles in Mauritius jahrelang trainiert. Dann wird das Auto auf dem Fußweg abgestellt, ganz wie alle Eingeborenen. Ein Parkverbotsschild, das in jeder Straße steht, habe ich nicht gesehen. Das größte Problem wird sein, das graue Auto jemals wieder zu finden. Die Straße heißt Olympia, lässt sich leicht merken. Wir gehen in Richtung Strandpromenade, die wir in südlicher Richtung vermuten. Die Sonne brennt und gibt uns Orientierung. Nach gut 3 Straßenecken stehen wir vor einer Apotheke, wo mir ein Schild in die Augen fällt: "Wir sprechen deutsch". Kaum zu glauben, wir stehen vor der Apostolides Apoteka.
Verena scheint noch ein wenig der Mut zu fehlen, wir gehen also in eine Taverne gegenüber und trinken einen Frischgepressten. Danach geht es in die Apotheke und tatsächlich wir sind richtig. Wiedersehensfreude. Es wird ein kurzer und intensiver Plausch, wir verabreden uns für das Wochenende. Wie klein doch die Welt ist.
Wir setzen unser touristisches Programm fort. Zum Salzsee und zur Hala Sultan Moschee soll es gehen. Pavlos hat uns den Weg aus Larnaca beschrieben und so sind wir schnell am Ziel. Der Salzsee ist ausgetrocknet und eher ein Schlammsee. Die Moschee ist nicht schlecht, schwer bewacht, naja, das Restaurant daneben wird umgebaut. Eigentlich hätten wir auch weiter fahren können.

Genau das tun wir, in Richtung Kiti. Die ersten Tropfen kommen, wir kehren am Kamelpark in eine Gaststätte ein. Das Essen wird von einem Gewitter flankiert, was immer heftiger wird. Die Welt scheint unter zu gehen. Einheimische kommen in die Gaststätte und sagen, dass sie das noch nie erlebt hätten. Einen Kilometer weiter sind die Straßen überflutet. Wir werden auf der Rückfahrt sehen, sie sind unpassierbar. An eine Weiterfahrt in die Berge ist nicht zu denken. Wir fahren über Dorfer in Richtung Norden und suchen die Autobahn. Bis dahin sieht es schlimm aus, Straßen sind mit Schlamm und Geröll überflutet. Die Erde ist so trocken, dass sie gar kein Wasser aufnehmen kann. Es läuft weg. Ganze Felder sind jetzt Seen. Wir finden die Autobahn und fahren Richtung Agia Napa. Kurz vor dem Ziel hört es auf zu regnen und hier ist alles trocken, Pforztrocken und genau zu sein! Der Staub und die Kargheit hat uns wieder.
Heute Abend machen wir noch einen Bummel durch die Geschäfte und werden mal auf das Abendessen verzichten. Vielleicht schläft man ja dann besser.
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