2. Tag

Auto, Cap Gkreko und gutes Essen

22.10.2008

Mittwoch

Heute geht es los und so langsam kommen wir hier an. Morgens haben wir den richtigen Zeitpunkt zum Frühstück erwischt. Ein Platz war uns sicher. Leider regnet es, aber dafür keine 30 Grad. Nach dem Frühstück ein Anruf, das Auto kommt. So schnell habe ich noch nie ein Auto übernommen, und das lag nicht nur an der schnellen Sprechweise der jungen Frau.
Als erstes wollten wir zum südöstlichsten Punkt Europas fahren. Lieber wären wir gelaufen, aber nur Steine und Staub sind nicht das gemütlichste. Die Straßen sind hervorragend ausgeschildert. Problem: immer in Griechisch, darunter in Englisch. Da kann es schnell passieren, dass man eine Ausfahrt verpasst, so geschehen. Das ist kein Problem, die Fahrt geht weiter in Richtung Famagusta. Besuchen dürfen wir die Stadt nicht, denn a liegt sie im nördlichen türkischen Teil und ist Speergebiet und b ist sie seit 1974 als Geisterstadt bekannt. Eine Großstadt von 35000 Einwohnern, die unbewohnt ist, irre.
Ich komme mir vor, wie vermutlich die Altbundesdeutschen an der Berliner Mauer in den Osten gestarrt haben und den Irrsinn nicht wirklich verstanden haben. So stehen wir nun auf einem Turm, schauen auf eine Geisterstadt und erhalten Informationen über einen Krieg und eine Teilung die stattfand als ich selber zum Wehrdienst musste. Interessant sind die Rollen der Beteiligten, England, Griechenland und Türkei. Alles NATO Staaten, alles Lügner und Betrüger. Es braucht schon einige Zeit die Infos sacken zu lassen.


Famagusta- Kamera unter dem Arm, mit Tele, neben englischen Militärposten - dafür ganz gut

Danach zurück zum Cap Gkreko. Diesmal die richte Ausfahrt. Nach einigen Kilometern begreifen wir, dass der Weg umsonst war. Militärisches Sperrgebiet der Engländer. Was oder wen bewachen die hier eigentlich oder geht es nur um Selbstbefriedigung einer früheren "Weltmacht". Genauso wahnwitzig wäre ein Stützpunkt der Deutschen am Wolfgangsee.
Also in Summe, außer Spesen nichts gewesen. Viel Staub auf dem Weg und wie gesagt viel weißer Kalkstein.



Da gibt es nur eines: gutes Essen! Heute soll es Fisch werden. Wir gehen abends in den Hafen. Da muss doch was zu machen sein. Richtig, eine Handvoll Gaststätten. Die Wahl fällt auf eine, in der die wenigsten Touristen sitzen. Eine gute Wahl, wie sich später heraus stellen wird. Gegrillter Tintenfisch, frisch, nicht zu Gummi verarbeitet, echt lecker. Salat und mir völlig unbekannte Dips runden die Sache ab. Zum Schluss Kaffee, eine zyprischen, der weckt Tote auf - aus der Antike.
Der Weg nach Hause führt uns wie gestern an offene Geschäfte vorbei, alles bis mindestens 22 Uhr geöffnet. Die Schmuckgeschäfte sind voll - mit Russen. Aber das ist eine ganz andere Geschichte. Jedes 2. Restaurant macht public Viewing. Heute ist Champions Leaque und dort sitzen die Engländer. Das Programm Übrigends aus Russland, unverschlüsselt versteht sich.

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